Sonntag, 14. Juli 2019

  • Sonntag, 14. Juli 2019

    Dass es soweit kommen würde, hätte wahrscheinlich niemand gedacht, aber man hätte es erahnen können. Der Sonntag war warm, auf der schönen Insel 20190923001026_1.jpgTanoa. Im Garten einer Villa am Stadtrand von Georgetown wuchsen prächtige Kannabispflanzen und schmückten den Zaun zum Abhang. Was hätte man erahnen können. Den normalen Bewohnern und auch den Wachen des Hauses viel auf, dass schon öfters als sonst Fahrzeuge an unserem Haus vorbei fuhren. Manche hielten sogar für ein paar Minuten und begutachteten die Villa, wobei man von der Straße aus nichts erkennen konnte, was irgendwie Aufmerksamkeit erregen könnte.


    Ich rede hier von dem Einflussreichsten Kartell Tanoas. Die Insel ist groß, die Personalstärke des Kartells verhältnismäßig klein, doch das Kartell war dennoch das einflussreichste. Es gab Kontakte in der Polizei, Kontakte und Bündnisse mit Rebellengruppen und auch Partnerschaften mit anderen Firmen der Insel, wie zum Beispiel des örtlichen Abschleppdienstes und auch mit Transportunternehmen, die uns LKW stellten.

    Durch den Einfluss der NATO gab es einen Regierungswechsel. Die Möglichkeiten durch Korruption wurden schnellsten eingeschränkt und auch das einflussreichste Kartell Tanoas leidete darunter. Die staatlichen Strafen auf Korruption waren teils härter als die Strafen des Kartells, wenn man nicht kooperiert. Das machte den Leuten Angst. Mehr Angst, als sie vor dem Kartell hatten.


    Am 14. Juli dann, wurde auch die Villa in Augenschein genommen, von der aus alles koordiniert wurde. Wir wurden verraten. Bei Anbruch der Dunkelheit kam es dann zum Zugriff. In weniger als 20 Minuten wurden die Umliegenden Häuser evakuiert und die Polizei umstellte das Haus. Die ganze Aktion war ein großes Durcheinander, doch innerhalb von 10 Minuten wurden 16 Menschen auf dem Grundstück festgenommen. Ein 17ter sprang von der Klippe. Die Notärzte konnten damals nur noch den Tot feststellen. Unter den Gefangenen war auch der Anführer unserer Truppe. Er ist bekannt unter seinem flaschen Namen Robin Savalla.


    Ich und sieben weitere Leute waren zur Zeit des Zugriffs nicht im Haus. Wir kamen während des Zugriffs gerade aus einem Waldstück gelaufen und mussten mit ansehen wie unsere Unterkunft auseinander genommen wurde. Wir realisierten schnell, dass wir zu dem Zeitpunkt nichts ausrichten konnten. Alles musste genau geplant werden. Für solche Situation gab es ein Protokoll. Alles digitale aufm Grundstück wird per Remote gelöscht. Anschließend muss jeder, der übrig geblieben ist, auf Umwegen zum nächsten Versteck gehen. Unser nächstes Versteck war rund 9 Kilometer entfernt in einem Waldstück in der Nähe eines mittelgroßen Dorfes. Wir konnten auch keine Unterstützung unserer Verbündeten anfordern. Niemand vermochte es sich auszumalen, was deren Reaktion wäre, wenn man diese mitbekämen, dass unser Chef festgenommen wurde.


    Oberste Priorität: Gefangenschaft von Robin Savalla vor Erreichen des Gefängnis verhindern. Wir hatten 3 Tage Zeit. Während die 15 Verbündeten Wachen 20190922230054_1.jpgund Dealer nach Stratis geflogen worden sind, blieb nämlich Savalla auf Tanoa. Bekannt war schnell, dass bereits am 16. die Gerichtsverhandlung stattdfinden sollte und da man davon ausging, dass Savalla auch hinter Gitter kommen sollte, war der Transport zum Gefängnis auch schon aufn 17. Juli gelegt. So weit so gut.


    Ausrüstung war schnell beschafft. 2 Geländewagen, 1 Hubschrauber, 2 Scharfschützengewehre, 3 Gewehre, 2 Glock-17. Ich war Scharfschütze und wurde gegenüber vom Gefängnis im Hang platziert. Auf der anderen Seite des Gefängnis war ebenfalls ein Scharfschütze auf einem hang platziert. Während ein Geländewagen mit 2 Insassen vor dem Eingang zum Gefängnis stand, sollte ein weiterer Geländewagen mit einem Insassen den Konvoi verfolgen. Übrig blieben ein Pilot für die Flucht und 2 unbewaffnete Wachen, die noch nicht aktenkundig waren. Die beiden Wachen meldeten sich über ein schnellaufnahme Programm beid er Polizei als Praktikant an. Bereits am 16. Juli hatten zwei unserer Männer als Praktikant die Polizeistation in Georgetown infiltriert und sich die Grundrisse eingeprägt. Wir waren perfekt im Zeitplan.

    17. Juli 2019


    Heute musste alles sitzen. Wir erfuhren, dass der Transport von der Polizeistation Georgetown zum Gefängnis in den frühen Morgenstunden stattfinden 20190923000804_1.jpgsollte. Unsere Praktikanten, die heute bei eine Schusswaffe mit eingeschmuggelt hatten, hatten Savalla bereits über den Plan aufgeklärt und wurden aufgrund ihres Praktikanten-Status mit zwei neuen Azubis für die Zeit des Gefangenentransports in der Polizeistation gelassen. Jackpot.

    Schon um 3:30 Uhr waren die Scharfschützen platziert.

    Und um 4:00 Uhr versperrte der Geländewagen den Eingang zum Gefängnis.

    4:15 Uhr erhielten wir von den Praktikanten und dem Piloten die Bestätigung: Der Konvoi ist auf dem Weg. Und auch der zweite Geländewagen setzte sich unauffällig hinter den Konvoi.


    4:30 Uhr

    Der Beifahrer des Geländewagens vor dem Tor setzte sich mit der Polizei in Verbindung. Wir verlangten die sofortige Freilassung von Savalla. Natürlich wurde dies verweigert. Als die Polizei 5 Minuten später vor dem Gefängnis hielt, informierten wir diese, dass zwei Scharfschützen alles im Blick hatten. Zusätzlich erwähnten wir, dass wir zwei Angestellte der Polizei als Geiseln halten und wir anfangen werden diese zu erschießen, wenn unseren Forderungen nicht nachgegangen wird. Völlig in Panik funkten die Polizisten kurz durch, um festzustellen, ob jeder noch anwesend sei. Die beiden Azubis die natürlich nicht wussten, dass sie Geiseln und ihre Praktikanten die Geiselnehmer sind, funkten ebenfalls, dass sie nicht bedroht seien. Die Polizei kam unseren Forderungen nicht nach. Wir erschossen kurzerhand den einen Azubi. Plötzlich war tatsächlich ein Azubi tot. Die Polizei lies Savalla frei. Auf Geheiß wurden die Reifen der Streifenwagen zerschossen. Die Polizei wollte sich wehren doch durch 2 gezielte Schüsse wurden zwei Beamte außer Gefecht gesetzt. Der Rest ergab sich vorerst. Der Helikopter landete und nahm Savalla mit, während die Geländewagen mich und den anderen Scharfschützen schnell einsammelten. Auf dem Telefon erhielten wir dann den Anruf, dass wir bitte die zweite Geisel am Leben lassen sollten. Die Praktikanten nahmen dem Azubi eine Schlüsselkarte ab und fesselten ihn. Das Telefon wurde weggeworfen und während die Geländewagen direkt zum Versteck fuhren, machte der Helikopter einen Abstecher über die Polizeistation von Georgetown und sammelte die beiden Praktikanten vom Dach der Polizeistation ein. Auch diese hatten ihre Aufgabe mit Bravour erledigt. Sie haben die Aktenschränke aufgebrochen und die Akten von Savalla, in denen sein richtiger Name stand, sowie auch die Akten der am Überall beteiligten Menschen vernichtet.

    Bereits um 5:20 Uhr hatten sich alle, inklusive des Helikopters, wieder im Versteck eingefunden. Die Operation war ein voller Erfolg. Die Nachrichten 20190923000933_1.jpgsprachen noch 2 Wochen später von der wahrscheinlich größten Ausbruchsaktion die je dokumentiert wurde. Ich und auch die anderen Wachen des Kartells wurden bis heute nicht gefasst. Savalla hat ein neues unauffälligeres Versteck und führt seine Geschäfte fort. Ich bin ausgewandert in ein schöneres Fleckchen Land, habe viel Geld mit dem Handel von Autos verdient und bin jetzt dabei ein eigenes, neues Netz aufzubauen.


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